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Samstag, 16. Januar 2021
Da hat die Fulvia kein einziges PS zu viel ... Drucken E-Mail
Geschrieben von Gerhard Mischka   

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Ein Tagebuch geführt während der Tour du Peloponnese 2020

 

Sonntag Antikes Olympia – endlich!


Die Busfahrt vom Athener Flughafen hat sich dahin gezogen und uns mehr Griechenland gezeigt, als für mich notwendig gewesen wäre.

Doch jetzt finden wir alle unsere Autos wohlbehalten vor dem Hotel abgeladen, Werner Fessl hat das alles ganz hervorragend organisiert. Jetzt schnell noch die Abnahme und auf zur Kalibrierstrecke. Bei der Tour du Peloponnese gibt es ausschließlich Schnittprüfungen und das mit Wechselschnitt. Gemessen wird auch an ganz gemeinen Stellen, entsprechend wichtig ist das Kalibrieren.

Beim Tankstopp stinkt das Auto neben uns gewaltig nach Bremsbelag. Evi meint, das wäre nicht der Nachbar, das ist unsere Fulvia! Verdammt, die Bremsen sind doch erst drei Jahre alt und daheim hat alles noch funktioniert! Zum Glück ist einer der Teilnehmer der Autoflüsterer Robert Huber, der auch bei der Ennstal für funktionierende automobile Technik sorgt und er kann den steckenden Bremskolben wieder motivieren. Na, das fängt ja gut an – dankeRobert!

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Montag


Keine Ahnung was wir da gestern kilometriert haben, heute haben wir eine ziemliche Abweichung. Ob’s nur an der Temperatur liegt? Egal, wir nutzen die letzten Kilometer vor der ersten SP zum Neukalibrieren. Wir sind übrigens gemeinsam mit Robert Huber und Nora Edberg die einzigen Teilnehmer, die mit Papiertabellen fahren. Die Griechen kennen das gar nicht mehr, naja, verglichen mit uns sind das ja noch Kinder. Und dann ist da noch Peter Pungasek, der die Herausforderung ganz alleine ohne Copilot annimmt.

Das Ergebnis nach dem ersten Tag in Sparta stimmt uns froh – 4. Platz, soweit vorne waren wir noch nie. Für die Griechen ist das ein Heimspiel, 2 führen ganz überlegen.

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Dienstag


Griechenland von seiner wunderschönen Seite: die Temperatur sommerlich, der Himmel wolkenlos, die Autos laufen. Doch dann kommt die letzte SP des Tages und die hat eine ganz fiese Abzweigung. Nach links und dort ist auch ein Schnittwechsel. Unmittelbar darauf wieder links, doch das Hinweisschild ist zugewachsen und die Straße ähnelt einem Waldweg. Ich lenke im letzten Augenblick ein, die Kilometrierung wird ziemlich im Eimer sein. Doch darauf soll es gar nicht so sehr ankommen, denn etwa die Hälfte der Teilnehmer hat die Abzweigung überhaupt verpasst und die Strafen dafür sind drakonisch.

Wir haben den Tagessieg geschafft und sind auf Platz 2 vor gestoßen. Wir trösten uns darüber, dass der führende Grieche trotzdem außer Reichweite ist, mit dem Umstand, dass er auch eine Fulvia fährt – Viva Lancia!

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Mittwoch


Phantastische Gebirgsstraßen, die Zeitvorgaben erforderten einen beherzten Tritt aufs Gaspedal – Rallye in der schönsten Form. Doch dann kommt die lange Bergab-Passage und der eine dämliche Bremskolben unserer Fulvia steckt schon wieder. Im Schritttempo humpeln wir zur Mittagspause und dort kommt auch schon Robert der Wunderheiler und bis Monemvasia ist alles wieder paletti.

Wieder haben wir den Tagessieg, doch noch immer ist die griechische Fulvia weit vorne. Verdammt, wie konnten wir den ersten Tag nur so verschlampen.

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Donnerstag


Heute geht’s gemütlicher zu. Von Nafplio nach Osten und mit der Fähre rüber nach Poros mit dem pittoresken Städtchen. Die Fulvia hat gehalten und wir haben uns mit dem dritten Tagessieg in Folge bis auf 1,76 Sekunden dem Führenden genähert.

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Freitag


Der alles entscheidende letzte Tag. Es ist nicht so, dass die Nerven flattern, aber man denkt schon viel darüber nach, zumal der Drittplatzierte auch nicht weit weg ist.

Die zweite SP des Tages hat es wieder in sich. Da hat die Fulvia kein einziges PS zu viel. Eng, steil, zwei Teilnehmer kommen uns entgegen – lesen die das Roadbook andersrum? Eine verdammt enge Kehre, ich brauche den ganzen Einschlag der Fulvia, am Scheitelpunkt die Messstelle – das habe ich verhaut – ich hätte noch mehr Gas geben sollen, aber hätten wir dann die Kurve geschafft? Der führende Grieche gesteht uns, dass es ihm genauso ergangen ist.

Das Finale sind zwei Nightstages, recht einfach zu navigieren, man darf nur nichts verschlafen. Letztlich waren sie doch nicht selektiv genug, um am Ergebnis für uns was zu ändern. Bis auf 0,88 Sekunden sind wir rann gekommen und haben so einen fantastischen 2. Platz erzielt. Und bestes österreichisches Team des Tages sind Franz und Uschi Pintarich.

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